Beratungshilfe

Wenn Sie finanziell nicht in der Lage sind, die Hilfe eines Anwaltes in Anspruch zu nehmen, können Sie vom Staat für die anwaltliche Beratung und die außergerichtliche Vertretung „Beratungshilfe“ erhalten. Hierzu müssen Sie bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Beratungshilfe stellen. Dies kann zum einen schriftlich durch Einreichung eines hierfür vorgesehenen Beratungshilfeantrages geschehen, was jedoch häufig zu lange dauert. Oder aber Sie gehen selbst zu Ihrem Amtsgericht und beantragen den Beratungshilfeschein dort mündlich.

Ich empfehle Ihnen, den Beratungshilfeschein durch persönliche Vorsprache bei Ihrem Amtsgericht zu besorgen. Denn so erhalten Sie den Berechtigungsschein sofort ausgehändigt, während der schriftliche Weg oftmals lange Zeit in Anspruch nimmt.
Gehen Sie hierfür bitte zur Rechtsantragsstelle Ihres Amtsgerichts, schildern Sie dort in Kürze Ihr rechtliches Problem und bitten Sie um Aushändigung eines Beratungshilfescheins. Wo genau sich die zuständige Stelle in Ihrem Amtsgericht befindet, wird Ihnen das Gerichtspersonal am Eingang gerne zeigen.

Legen Sie der Beratungshilfestelle folgende Unterlagen vor:

– ggf. Unterlagen zu Ihrem rechtlichen Problem (zu überprüfender Bescheid etc.),
– Personalausweis oder Reisepass mit polizeilicher Anmeldebescheinigung,
– Einkommensnachweise (z. B. Verdienstbescheinigung, ALG II-Bescheid),
– Mietvertrag,
– Kontoauszüge der letzten 3 Monate
– Nachweise der laufenden Zahlungsverpflichtungen und besonderen Belastungen

 

Beziehen Sie Hartz 4 oder Sozialhilfe, so reicht häufig die Vorlage des aktuellen Hartz 4- / bzw. Sozialhilfe-Bewilligungsbescheides.

Den Beratungshilfeschein („Berechtigungsschein für Beratungshilfe“) bekommen Sie kostenfrei ausgehändigt. Diesen Berechtigungsschein übersenden Sie mir anschließend bitte im Original oder bringen ihn zum Besprechungstermin mit. Durch den Beratungshilfeschein sind die Anwaltskosten für die Beratung und außergerichtliche Vertretung (z.B. Widerspruchsverfahren) in dieser Angelegenheit abgedeckt, bis auf einen Betrag von 15,- €. Diese Eigenbeteiligung kann ich Ihnen jedoch im Einzelfall erlassen.

Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise:

  1. Wenn Sie einen Besprechungstermin bei mir wahrnehmen und für die Beratung und anschließende Vertretung Beratungshilfe erhalten wollen, so sollten Sie bereits vor dem Besprechungstermin einen Berechtigungsschein für Beratungshilfe besorgt haben und diesen zum Termin mitbringen.
  2. Sollte es Ihnen im Einzelfall aus bestimmten Gründen nicht möglich sein, selbst bei Ihrem Amtsgericht einen Beratungshilfeschein zu besorgen, teilen Sie mir dies bitte bereits bei der Terminsvereinbarung mit. Gegebenenfalls kann ich die Beratungshilfe für Sie beantragen.
  3. Auch wenn Sie Beratungshilfe beantragen, achten Sie stets darauf, ob in der Sache Fristen (Widerspruchsfrist etc.) ablaufen. Falls dies in Betracht kommt, sprechen Sie mich an bzw. legen Sie zunächst selbst schriftlich das zulässige Rechtsmittel bei der Behörde ein.

Parallel zur Beratungshilfe, die nur für die Beratung und Vertretung im außergerichtlichen Bereich gilt, gibt es die sogenannte Prozesskostenhilfe für gerichtliche Verfahren.