Bei dem Kindergeld und dem Kinderzuschlag handelt es sich um zwei völlig verschiedene Leistungen der Familienkasse. Diese Leistungen haben nichts miteinander zu tun, werden jedoch häufig verwechselt.

Hin und wieder ist auch von einem „Kindergeldzuschlag“ die Rede. Diesen Begriff gibt es jedoch nicht, Kindergeld und Kinderzuschlag sind zwei unterschiedliche Leistungen mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Alle Eltern von minderjährigen Kindern haben Anspruch auf das gesetzliche Kindergeld, wobei sich die Voraussetzungen im Regelfall aus dem Einkommenssteuergesetz ergeben. Die Fortzahlung von Kindergeld für volljährige Kinder ist unter bestimmten Bedingungen ebenfalls möglich. So etwa, wenn sich das Kind in der Schul- oder Berufsausbildung befindet oder nachweislich ausbildungssuchend ist.

Der Anspruch auf Kindergeld ist grundsätzlich unabhängig vom Einkommen oder Vermögen der Eltern.

Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den Leistungsvoraussetzungen auf Zahlung von Kinderzuschlag. Ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht dann, wenn ein Bruttoeinkommen von mindestens 900 € (Elternpaare) bzw. 600 € (Alleinerziehende) vorhanden ist, das Gesamteinkommen jedoch nicht die Höchsteinkommensgrenze übersteigt. Die Einzelheiten sind dabei relativ kompliziert.

Ferner ist es erforderlich, dass die Familie mit dem Kinderzuschlag (und eventuell Wohngeld) so viel Geld zur Verfügung hat, dass kein Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld II besteht.

Man kann dies so zusammenfassen, dass ein Anspruch auf Kinderzuschlag dann besteht, wenn die Eltern mit ihrem Einkommen zwar ihren eigenen Bedarf bestreiten können, nicht jedoch den Bedarf der Kinder. Der Kinderzuschlag soll Familien also praktisch davor bewahren, nur aufgrund der Kinder Hartz IV-Leistungen beim Jobcenter beantragen zu müssen.

Neben dem Kinderzuschlag kann auch Wohngeld bezogen werden. Zu beachten ist ferner, dass das Kindergeld zusätzlich zum Kinderzuschlag gezahlt wird.

Sowohl für das Kindergeld als auch für den Kinderzuschlag ist die Familienkasse zuständig. Um die Leistungen zu erhalten, muss dort ein entsprechender Antrag gestellt werden.

Gegen fehlerhafte Entscheidungen der Familienkasse kann ein Widerspruch (Kinderzuschlag) bzw. Einspruch (Kindergeld) erhoben werden.

Sollte dieser erfolglos bleiben, so steht der Klageweg offen. Angelegenheiten des Kinderzuschlages fallen in die Zuständigkeit der Sozialgerichte, während Kindergeld-Angelegenheiten in der Regel in den Zuständigkeitsbereich der Finanzgerichte fallen, da die Rechtsgrundlage das Einkommensteuergesetz ist.

Bitte beachten Sie, dass ich Sie in Kindergeld-Angelegenheiten in der Regel nur im Einspruchsverfahren, nicht jedoch in Klageverfahren vor dem Finanzgericht vertreten kann.